Der im Süden gelegene Stadtteil wurde im Jahre 1854 eingemeindet. Die damals beliebten Ausflugsziele wie die Menterschwaige oder der vielbesuchte Wallfahrtsort St. Anna-Kirchlein,bereits im Jahre 1315 erwähnt und zum Kloster Tegernsee gehörend, waren von Wäldern und  Wiesen umgeben.

Die nach den Plänen der bekannten Architekten Gabriel von Seidl und Professor Littmann Anfang des 19. Jahrhunderts entstandene Gartenstadt Harlaching am rechten Isarhochufer hat bis heute ihren grünen Kern bewahrt, was nicht leicht zu erreichen war. Denn seit den 70er Jahren verschwinden die Ein- und Zweifamilienhäuser und werden durch Eigentums- wohnanlagen ersetzt. Die 1977 gegründete „Bürgerinitiative zur Erhaltung Harlachings, insbesondere der Menterschwaige” mit dem langjährigen Vorsitzenden Ignaz v. Maydell hat es sich zur Aufgabe gemacht , den Gartenstadtcharakter zu erhalten und den schönen Biergarten vor der drohenden Überbauung zu schützen, was ihr auch gelungen ist. Mittlerweile ist es Konsens aller im Bezirksausschuß vertretenen Parteien, das durch alten Baumbestand geprägte Ortsbild zu erhalten und Bäume wenigstens entlang der Grundstücksgrenzen zu retten oder Nachpflanzungen zu ermöglichen.

Die Wohnquartiere in der Menterschwaige und am Perlacher Forst und um den Wettersteinplatz sind kaum 5 km vom Marienplatz entfernt und bieten auch heute noch eine angenehme Wohnatmosphäre.

Was ist noch erwähnenswert?

Tram 25

1910 kam nach langwierigen Verhandlungen mit der Gemeinde Grünwald und zahlreichen Grundbesitzern die Tram und es konnte mit der „Erbauung der Isartal-Außenlinie” entlang der späteren Grünwalder- und Geiselgasteigstraße, den späteren Linien 15/25, im Ein-Stundenbebtrieb begonnen werden. Der Wochenendausflug ins „Isartal” nahm einen lebhaften Aufschwung. Die Isartalbahn entlang des anderen Isarufers dagegen verlor an Beliebtheit und wurde eingestellt.

Heute führt die Tram nicht mehr in die Innenstadt. Diese Aufgabe übernimmt seit 1997 die U-Bahn der Linie U 1- Süd , die vom Mangfallplatz über den Wettersteinplatz und weiter zum Hauptbahnhof fährt.

Krankenhaus Harlaching

In den Jahren 1959/65 wurde das städtische Krankenhaus Harlaching auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Sanatoriums errichtet, einem mit alten Bäumen bestandenen Parkgelände. Dieses Krankenhaus ist mit allen notwen- digen Abteilungen ausgestattet, um die ärztliche und medizinische Grundver- sorgung zu sichern. Es hat seit den 70er Jahren den Status eines Akademischen Lehrkrankenhauses und ist der größte Arbeitgeber in unserem Stadtteil.

Schulen

Neben den zwei Grundschulen an der Rotbuchen- und Fromundstraße und einer Hauptschule sowie zwei Gymnasien, das „Albert Einstein” und „Theodolinden” Gymnasium, ist die Landesschule für Körperbehinderte zu nennen. Das große Gebäude in der Kurzstraße mit seinem weithin sichtbaren Turm ist den Harlachingern vertraut.

Landesschule für Körperbehinderte

1914 hat Ludwig III. diese Einrichtung - damals hieß sie Königliche Landesanstalt für krüppelhafte Kinder- seiner Bestimmung übergeben. Die Geschichte der Landesschule ist aber noch viel älter. Der Name Kurzstraße erinnert an den Gründer der ältesten Bildungseinrichtung, die je für Körperbehinderte geschaffen worden war, an Johann Nepomuk von Kurz, den Vater der Körperbehinderten- pädagogik. Seine Schule, die er 1832 gründete, wurde dann vom Staat über- nommen. Auch der notwendige Anbau längs der Grünwalder Straße wurde mit staatlichen Mitteln in den 90er Jahren ermöglicht.

Auf dem Areal der Landesschule befindet sich die Orthopädische Klinik, die von den Schön Kliniken im Jahr 1997 erworben wurde und heute, nach erfolgten Erneuerungen, eine optimale Versorgung der Patienten ermöglicht.

Kirchen

Das kirchliche Leben ist bestimmt durch die katholischen Pfarreien „Heilige Familie”, 1931 als erste moderne Pfarrkirche Münchens eingeweiht, es folgt 1945 „Maria Immaculata”, in deren Gebiet die unten am Isarhang gelegene „Marienklause” liegt, ein Ort der Besinnung und Einkehr. 1964 kam dann die Pfarrei „St. Helena” hinzu. Die evangelische Harlachinger „Emmausgemeinde” wurde 1940 gegründet.

Tierpark

1911 öffnete der Tierpark „Hellabrunn” seine Tore. Sein Wahrzeichen wurde das 1914 fertiggestellte Elefantenhaus mit der ersten freitragenden Betonkuppel der Welt, von Prof. Emanuel v. Seidl 1910 geplant. In der Tierhaltung und Präsenta- tion hat sich seitdem manches geändert. Mit über 1,4 Mio Besuchern im Jahr wird der Tierpark aber immer das bleiben, was er von Anfang war, eine friedvolle Oase der Erholung, Entspannung und Belehrung.

                            

 

Fußballhochburg

Die Münchner Fußballhochburg ist in Harlaching konzentriert. Die beiden Spitzenvereine „1860 München” und er „FC Bayern München” haben ihre Trainingsplätze und Geschäftsstellen in der Grünwalder bez. Säbener Straße.

Naherholungsgebiet

Ein Besuch Harlachings lohnt sich aber nicht nur für die Fußballfreunde. Viele Tausende von Erholungssuchende sind an den Wochenenden in den Isarauen, an der Hochleite und im Perlacher Forst zu finden und bevölkern die gemütlichen Wirts- und Biergärten. Eine besondere Attraktion ist das renaturierte Isartal von der Großhessloher Eisenbahnbrücke bis hin zu Flaucher und weiter stadteinwärts bis zum Deutschen Museum.

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